Steg-Überwurf


 

Konstruktionsbereich:

Aufbauend auf der Steg-Anleitung, fahren wir hier mit der Überkonstruktion -auch Überwurf genannt- fort. Wie zuvor, richten Sie für den Überwurf in Exocad die entsprechende Maske ein.
Da diese Überkonstruktion ein einzelnes Teil ist, genügt es, einen Zahn anzugeben (in unserem Beispiel haben wir ein Offset-Käppchen angelegt).

Ueberwurf-Exo-Maske-1  

Ueberwurf-Exo-Maske-2

 
Der Scan an sich ist nicht wirklich problematisch. Da der Überwurf als Offset-Käppchen angelegt wurde, scannen wir das ganze Modell so, als wäre es ein einfacher Stumpf, über den wir dann das "kleine Käppchen" konstruieren.

 

Exo-blue-line
Nachdem der Scan abgeschlossen ist, wird Exocad gestartet. Die Präparationslinie lässt sich hier natürlich nicht wie bei einem normalen Zahnstumpf finden, daher muss die Linie per Hand gezeichnet werden!

 

Exo-green-line

Anschließend kann die Linie noch ein wenig korrigiert bzw. an die gegebene Situation angepasst werden.
 
Nachfolgend durchläuft die Konstruktion den für ein Käppchen notwendigen "normalen" Weg. D.h. die Werte des Kronenbodens, der Fräserradiuskorrektur, Zementspalt und dergleichen.

 

Exo-Wurf-bearbeiten 

Exo-Wurf-bearbeiten2


Da der Überwurf eine relativ große Konstruktion ist, kann es passieren, dass Sie hier und da noch ein wenig nachbessern müssen. Dies ist aber problemlos möglich.

 

Exo-fertig

Nachdem die Konstruktion des Überwurfes fertig ist, muss die Arbeit auf dem gewohnten Weg in die DS-CAM Software importiert werden.

 

CAM - Bereich Der Überwurf wird in der DS-CAM wie eine Aufbissschiene behandelt, da der Überwurf "EINEN" großen Einschub hat. Dies kann mit gewöhnlichen Strategien, wie "Brücken normal" so leider nicht funktionieren. Sie müssen sich, wenn noch keine Frässtrategie für Aufbissschienen vorhanden ist, eine eigene Strategie schreiben. Anwender, die bis zu diesem Punkt vorgedrungen sind, sollten mit dem Erstellen einer solchen jedoch kein Problem haben.

Wichtig neben den ganzen Frässteps ist auch die Zuweisung der Strategie auf "Aufbissschienen". Hierdurch erhält die Strategie ihr passendes Icon. Zusätzlich ist es durch diese Zuweisung überhaupt erst möglich, Objekten diesen Typ zuzuordnen. (In der Arbeitsvorbereitung erscheint somit ab sofort der Typus "Aufbissschienen" in der Typenklassifizierung). (Wenn Sie eine neue Aufbissschienen-Strategie erstellen müssen, reicht es für den Anfang aus, wenn diese Schrupp- und Schlichtsteps von oben und unten beinhaltet, sowie einen Einschubstep von unten. Im Verlauf dieser Anleitung wird die Strategie noch verfeinert.) 

Arbeitsvorbereitung Nachdem die Aufbissschienenstrategie nun grob existiert, kann der Steg in die DS-CAM importiert werden. Sie legen in der Arbeitsvorbereitung wie gewohnt die Maschine und das Material fest und wählen nun den neuen Typus "Aufbissschiene" aus. Aus Erfahrung wissen wir, das der Überwurf bzw. der Bereich in dem sich später der Steg in dem Überwurf befindet, nicht komplett mit einem 3mm Fräser "ausgeschruppt" werden kann. Es würde hier und da noch einiges an Restmaterial stehen bleiben, da der 3mm Fräser nicht überall herankommt. Das verbliebene Restmaterial ist aber noch so "massiv", so dass dies nicht durch Schlicht-Zyklen abgetragen werden sollte.

 

Einschübe festlegen Damit Sie das Restmaterial dennoch "ausschruppen" können, müssen Sie  dem Einschub an dieser Stelle einen Gruppenindex zuweisen. In unserem Beispiel erhält der Standardeinschub den Index GI=2 (wir werden dies im Strategiebereich noch genauer erläutern). 
Da die Geschiebe sehr fein sind kann es sein, dass beim Frässchritt "von unten über alles" auch noch Restmaterial übrig bleibt.
Um die Geschiebebereiche noch weiter bearbeiten zu können, müssen Sie sich wieder weitere Einschübe setzen. In unserem Beispiel erhalten die Geschiebe-Einschübe den Index GI=1.
Der einfachste und schnellste Weg ist das Festlegen der "neuen" Einschübe durch das Setzen der Polylinie. Nach dem Setzen der Einschübe sollte das Ergebnis wie folgt aussehen:

Einschube Uberwurf

 


Damit ist die Bearbeitung des Überwurfes erledigt und Sie können die Arbeit freigeben!

 

Strategie Bereich
Wie zuvor schon erwähnt, müssen Sie entweder eine bisherige Aufbissschienenstrategie verändern, oder aber eine komplett neue Strategie erstellen. Beginnen wir mit der Neuerstellung. Sie "ziehen" sich zunächst einmal "Grob" zwei Schrupp-Zyklen von "unten" sowie einen "von oben" in Ihre Strategie. (Die hier eingetragenen Werte entsprechen Testwerten; Ihre verwendeten Werte werden daher, bedingt durch Material /Maschine usw., abweichen)

Schrupp-Steps-Uberwurf

 

Die hier dargestellten Bilder zeigen die Simulation der Schrupp-Frässtrategie. Das obige Bild zeigt das direkte Ergebnis, das untere das gewünschte Endergebnis. Wie Sie im Vergleich der beiden Bilder feststellen können, ist noch relativ viel Restmaterial in der Steg-Kavität verblieben. Jetzt gibt es wiederum mehrere Wege, wie Sie das "Problem" angehen können, damit das Objekt wie rechts unten aussieht (bzw. für die weiteren Frässchritte vorgefräst ist).

Fräsung ohne kl Einsch

 

Nach den Schruppvorgängen würden Sie jetzt normalerweise die Schlichtschritte vornehmen. Da aber noch zu viel Restmaterial in der "Steg-Kavität" vorhanden ist, sollten Sie dies über gesonderte Z-Konstant Einschubfräsungen ausfräsen.

 

Z-Konstant - A  (2,0mm Tool) Fahren wir fort mit der Aufbissschienen-Strategie für die Überkonstruktion. Sie ziehen sich per Drag&Drop unter dem Button "Fein'' von unten das Icon "Fein Z Konstant Kavität" (von unten)'' in Ihre Strategie. Als Werkzeug müssen Sie jetzt ein kleineres, als den 3mm Fräser auswählen. Für unser Beispiel nehmen wir den 2 mm Fräser. Anschließend tragen Sie noch die für Ihr System (oder Wissen) spezifischen Werte für das Werkzeug ein.

Z-Konstant-Steps 20

 


Unter den erweiterten Einstellungen dieses Steps müssen Sie nun noch folgende Einstellungen vornehmen:
* Fräsbahnausrichtung auf: ''außen nach innen''
* Die Konturgrenzenbehandlung auf: ''zentriert'' * Einschub Gruppe Einzeln das Häkchen bei: ''diese fräsen" ''2'' (Da der Haupteinschub den GruppenIndex 2 (GI=2) und die Geschiebe-Bereiche GI=1 haben und sich zusätzlich noch GI=1 innerhalb von GI=2 befindet, werden hiermit gleich beide Einschübe Z-Konstant ausgefräst)

Z-Konstant-Steps 20 EE

 

Wie Sie sehen können, hat dieser Frässchritt den Überwurf wieder wesentlich besser freigelegt. Die Geschiebe-Bereiche entsprechen aber noch nicht unseren Vorstellungen. Um diese Bereiche befassen wir uns in dem nächsten Step.

Fraesung Z Konst 2

 

Normalerweise würden Sie nach den Schruppvorgängen die Schlichtschritte durchführen, da aber in der "Steg-Kavität" noch zu viel Restmaterial vorhanden ist, müssen Sie dies über gesonderte Z-Konstante Einschubfräsungen ausfräsen.

 

Z-Konstant - B Geschiebebereich (1,5mm Tool)
Nachdem der 2mm Fräser das Objekt noch weiter freigelegt hat, kommen wir nun zu den Geschiebe-Bereichen. Wie zuvor "ziehen" Sie sich hier ebenfalls den Step "Fein Z Konstant Kavität" (von unten)" in Ihre Strategie. Sie wählen den 1,5 mm Fräser aus und geben alle weiteren Werte für diesen Fräser ein.

Z-Konstant-Steps 15

 

Unter den erweiterten Einstellungen nehmen Sie folgende Einstellungen vor: * Fräsbahnausrichtung auf ''Top to bottom'' * Die Konturgrenzenbehandlung auf ''zentriert'' * Einschub Gruppe Einzeln das Häkchen bei ''diese fräsen", ''1''.

Z-Konstant-15mm EE

 

So sehen dann die Geschiebekästen nach dem 1,5 mm Tool aus.

Geschiebekaesten

 

Die Geschiebekästen wurden nun schon recht "gut" ausgeschruppt. Jedoch sollten alle Einschübe noch einmal mit einem 1 mm Tool konturparallel geschlichtet werden. Da hierbei der "große" Einschub die gesamte Konstruktion umfasst, können Sie sich nachher das Schlichten über alles ersparen.
Konturparallel-10mm Mit folgenden erweiterten Einstellungen fahren Sie fort:

Konturparallel-10mm

Konturparallel-10mm EE

 

 

Nachfolgend das Simulationsbild nach dem 1,0mm Tool:

Konturparallel-10mm simu

 

 

In unserem Beispiel haben wir in der Strategie die Schlichtschritte über alles von "oben" und "unten" deaktiviert (sie sind nicht zwingend notwendig). Von okklusal haben Sie somit eine rauhere Oberfläche, was als zusätzliche Retention dient. Von basal wird bereits durch die vorherigen Frässchritte ausreichend Material ausgeräumt.
Ebenfalls empfehlen wir die Bartrennung in der Strategie auf AUS zu stellen. Hierdurch haben Sie die Möglichkeit, nach jedem Frässchritt die Friktion des Steges in der Maschine zu kontrollieren (vorausgesetzt, Ihre Maschine lässt dies zu). Sollte z.B. die Friktion noch zu stramm sein, so können Sie den letzten Schritt (1,0mm Tool) erneut fräsen, da der 1 mm Fräser evtl. minimalst ausgelenkt haben könnte.
Achtung:
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, in dem letzten Frässchritt einen negativen Wert in der Schruppzugabe einzutragen. Hierbei müssen Sie die Berechnung aber neu starten. Ist die Berechnung fertig, sollte nur noch der letzte Schritt an die Maschine ausgegeben werden.

Konturparallel-10mm negativ

Sichtbar wäre dies dann in der Simulation anhand der Resthöhen-Simulation.